„Menschen hören nicht auf, zu spielen, weil sie alt sind, sie werden alt, weil sie aufhören, zu spielen.“

(Oliver Wendell Holmes)

Zurückblickend lässt sich sagen: Ich habe mich nicht für den Beruf der Spiele-Producerin entschieden; der Job hat mich gefunden. Gott sei Dank!

Auch ich gehörte einst zu jenen jungen Menschen, die nach dem Abitur noch nicht den ausgearbeiteten, idiotensicheren Plan fürs Leben auf dem Schreibtisch liegen haben. Werbetexterin, Fotografin, Grafikdesignerin, Lektorin, TV-Redakteurin beim ÖR… Selbst nach einem erfolgreichen Bachelor- und Masterabschluss waren die Vorstellungen von meiner Zukunft ausgesprochen schwammig. Es war eher Zufall, dass ich 2015 eine Ausschreibung für das AV Volontariat der Produzentenallianz gesehen und schließlich in der bösen1 Unterhaltungsbranche gelandet bin.

Nach dem Volontariat folgte für mich der klassische Redakteur:innenwerdegang: Redaktionsassistentin, Junior-Redakteurin, Redakteurin – alles innerhalb von anderthalb Jahren. Ich merkte in dieser Zeit bereits, dass mich die bei den anderen Redakteur:innen meist verhassten Themen Requisiten und Bühnenbau interessierten. Spiele wollten alle entwickeln, aber um die Umsetzung sollte sich dann bitte jemand anderes kümmern. Ich war diesbezüglich immer diejenige, die „Hier, ich!“ geschrien hat, während um mich herum betretendes Bitte-schau-mich-nicht-an-und-komm-nicht-auf-die-Idee-mir-diese-Aufgabe-zuzuteilen-Schweigen herrschte.
Die Sehnsucht nach neuen Herausforderungen führte mich 2018 schließlich von meinem Ausbildungsbetrieb in eine andere Firma – als Spieleproducerin2. Ich habe diesen Schritt bis heute nie bereut.

Seit 2018 arbeite ich nun also (offiziell) als Spieleproducerin3 und habe seitdem den verschiedensten TV-Formaten zu ihren Spielen, Challenges, Wettbewerben – wie auch immer man es ausdrücken möchte – verholfen. Ich habe in dieser Zeit meine Hard Skills perfektioniert und durch Personalmangel neue Fertigkeiten erworben – etwa als Creative Producerin und im Projektmanagement.

Im Januar 2022 wurde ich Mama eines kleinen Jungen. Der Plan, mit Kind frühzeitig nach der Geburt wieder in den Beruf einzusteigen, wurde leider von mehreren Seiten des Sozial- und Beruflebens torpetiert. Um Familie und Beruf bestmöglich vereinbaren zu können, entschloss ich mich schließlich dazu, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen.
Seit November 2022 biete ich meine Skills und Erfahrung als Spieleproducerin und Show-Redakteurin nun auf freiberuflicher Basis an – auch dir (-;


1 – Wäre meine Studiengangsleiterin bereits verstorben und wüsste sie, dass ich statt bei den hochgelobten Öffentlich „Kunst und Kultur“ Rechtlichen in der Unterhaltungsbranche Fuß gefasst habe, würde sie sich im Grabe umdrehen.
2 – Als kleine:r Redakteur:in hat man erst einmal Respekt, wenn man in einer Stellenausschreibung das Wort „Producer:in“ liest, aber die beschriebenen Aufgabenbereiche unterschieden sich kaum von dem, was ich auch als Redakteurin bisher innerhalb meiner Projekte getan habe. Ich habe es also gewagt – und gewonnen.
3 – Ich bin auch noch als Show-Redakteurin unterwegs, wenn zur entsprechenden Zeit kein:e Spieleproducer:in gesucht wird oder mich das Projekt besonders interessiert.